seit 2002

Partnerschaft mit dem Gonçalinho-Projekt


Deutsch-brasilianischer Jugendaustausch und Projektpartnerschaft mit dem Gonçalinho-Kinderprojekt in Cáceres / Brasilien

Ein Kooperation der St. Bonifatius- Gemeinde und des Dietrich- Bonhoeffer- Gymnasiums in Metzingen


Unter dem Stichwort „Brasilien-Projekt“ umfasst die Kooperation zwischen Gemeinde und Schule vier Dinge:

  • Ein Jugendaustausch zwischen Metzingen und Cáceres im Bundesstaat Mato Grosso in Brasilien (die erste Reise fand 2002 statt),
  • Die Brasilien-AG, in der Metzinger Jugendliche drei Jahre lang Portugiesisch lernen und sich inhaltlich mit Fragen der Landeskunde, Politik und Geschichte Brasiliens, aber auch mit Weltwirtschaft und Globalisierung auseinandersetzen (die erste Brasilien-AG wurde im Dezember 1999 gegründet),
  • Die Projektpartnerschaft mit dem Goncalinho-Kinderprojekt in Cáceres, das sich ausschließlich durch die Spenden aus Metzingen und dem Engagement der Brasilien-AG-Schüler*innen finanziert und
  • Die zwei Auslandsdienst-Stellen, die im Kinderprojekt ab 2008 eingerichtet werden konnten. Hier können die Jugendlichen nach der Schule (mit oder ohne Abi) ein Jahr lang mit den brasilianischen Kindern arbeiten. Träger dieser zwei Stellen ist die Kirchengemeinde St. Bonifatius.


Die Kriterien und Ziele der Jugendbegegnung sind, diejenigen Jugendlichen aus Metzingen und Mato Grosso zusammenzubringen, die in sozialen Bereichen aktiv sind, die eine Vision von einer gerechteren Welt haben und etwas dafür tun, dass dieses Vision Wirklichkeit wird, zum Beispiel – in Metzingen – als freiwillige Helfer*innen im Weltladen, als Mitglieder der „Boni-Kids“, als Jugendgruppenleiter*innen bei den Pfadfindern oder als Mitarbeitende von „youth-life-line“. Und in Cáceres in der kirchlichen Jugendarbeit, im Menschenrechtszentrum, in der Landlosenbewegung und im Kinderprojekt Goncalinho.
Entstanden sind sowohl die Jugendbegegnung als auch die Projektpartnerschaft mit dem Kinderprojekt aus der SMV-Arbeit des Gymnasiums im Jahr 1999. Der „AK-Weltverbesserung“  hatte das Anliegen formuliert, über den Metzinger Tellerrand hinausschauen und die Welt verstehen zu lernen. Die Idee der AK-Leiterin Katja Polnik mit der gesamten SMV eine Brasilien-Reise zu machen, wurde begeistert aufgegriffen und durch die Zuschüsse des Kinder- und Jugendplans des Bundes ermöglicht. Die Kontakte zur Universitätsstadt Cáceres in Mato Grosso hatte Katja Polnik noch aus der Zeit, als sie dort für ein Jahr im Menschenrechtszentrum arbeitete und Theologie studierte.
Besonders das Kinderprojekt Goncalinho beeindruckte die Metzinger Jugendlichen. So wurde aus dieser ersten Reise ein beidseitiger Jugendaustausch.
So bekommen wir die Fortschritte des Goncalinhoprojekts hautnah mit, denn jedes Jahr fahren entweder die Schüler*innen der Brasilien-AG dorthin oder die brasilianischen Jugendlichen kommen zu uns in Gastfamilien. 
Das Programm der Jugendbegegnung spiegelt die Grundsätze von Gerechtigkeit und Solidarität wieder: Wenn die Brasilianer*innen in Metzingen sind, lernen sie mit ihren deutschen Partner*innen Orte wie den Weltladen, den Bioland-Bauernhof Bleiche, die NS-Gedenkstätte Grafeneck und die Arbeitsloseninitiative MAI kennen, während die Metzinger*innen sich in Cáceres unter anderem im Kinderprojekt Goncalinho, im Menschenrechtszentrum und auf einer Agrarkooperative engagieren. Wir haben in vielen Jahren des Austauschs geholfen das Kinderhaus zu bauen, einen Gemüsegarten anzulegen und Spielgeräte im Garten zu installieren.


An vielen Punkten zeigen wir also als Gemeinschaft schon, dass wir das Leitbild des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums nicht nur schön reden, sondern auch solidarisch handeln wollen. Denn: 
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“


Das Goncalinho Projekt ist schon von weitem an seiner bunten Mauer erkennbar. 

Durch die Freiwilligen besteht auch ein enger Bezug der Kinder zu Deutschland. Sie sind sehr dankbar für die deutsche Unterstützung

... und so ist alles entstanden: 

Einige Eltern aus dem Stadtviertel „Cavalhada“ haben 2001 begonnen, in Zusammen-arbeit mit der Rektorin der Grundschule, Maria Luisa, und der Menschenrechtsaktivistin Angela dos Santos, eine Kinderbetreuung zu organisieren. Angela weiß aus ihrer langjährigen Arbeit beim örtlichen Menschenrechtszentrum Direitos Humanos wovon sie spricht, wenn sie die Bedingungen anklagt, unter denen die Kinder in ihrem Viertel aufwachsen. Schon Sechsjährige werden von Dealer*innen gezwungen, Drogen zu verkaufen. Viele Kinder geraten in Jugendbanden, von denen sie für die verschiedensten illegalen und gefährlichen Dienste missbraucht werden, oft ohne zu wissen, was sie eigentlich tun. Andere werden von ihren Eltern auf die Straße geschickt, mit dem Auftrag, auf jeden Fall mit etwas Essbarem wiederzukommen. Also, sagt Angela, brauchen die Kinder erstens einen Ort, an dem sie gut betreut werden und etwas zu essen bekommen und zweitens brauchen sie Personen, die sie über die Gefahren aufklären und die ihnen eine bessere Perspektive bieten als zu stehlen, dealen oder sich einer Bande anzuschließen. Diese Perspektive bietet das Projekt, in dem die Kinder eine Art „Gegenmodell“ menschlichen Zusammenlebens erfahren: sie singen, spielen und basteln miteinander. 
Bis 2007 fand die Kinderbetreuung im Gemeinschaftszentrum der Kirche des Stadtviertels statt, doch da dies dort nicht mehr möglich war, musste eine andere Räumlichkeit gefunden werden.  2008 wurde daher mit dem Erlös der Projektwoche am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und weiteren Spenden ein Grundstück im Stadtviertel Cavalhada gekauft. Dort wurde ein Haus errichtet, in dem die Kinderbetreuung langfristig stattfinden kann und wo die Kinder ein "zweites Zuhause" finden. 

Ihr wollt uns unterstützen? 

Wenn ihr euch vorstellen könnt, unser Anliegen mit einem kleinen monatlichen Beitrag zu unterstützen, würden wir uns sehr freuen!

Spenden-Konto Kreissparkasse Reutlingen:

Brasilienprojekt St.Bonifatius / Katja Polnik

IBAN: DE89 6405 0000 0000 9490 99

BIC: SOLADES1REU

Für Spenden über 200€ kann eine Spendenbescheinigung von der kath. Kirchengemeinde St. Bonifatius ausgestellt werden.